Bündnis B 189/B 5 statt A 14

 

 

Leserbrief

 

 

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03. September 2005 - „Wohlgeordneter Abschied nach 15 Jahren“, Volksstimme vom 19.08.2005

 

X-Variante politisch nicht durchsetzbar – aber die H-Variante?

 

Im Artikel vom 19.8. über den Bundestagsabgeordneten Reinhard Weis äußert sich Herr Weis zur geplanten A 14 durch die Altmark. Diese, so Weis, sei ein Kompromiss, etwas anderes, nämlich die X-Variante, sei „politisch nicht durchsetzbar“ gewesen.

 

Warum hatte die X-Variante keine Chance, die doch die SPD-Genossen in Salzwedel so dringend befürworteten und die ganz offenbar sinnvoller gewesen wäre als die jetzige „Hosenträger“-Variante? Wohl deshalb nicht politisch durchsetzbar, weil der Widerstand gegen ein solches Bauvorhaben im dann betroffenen Niedersachsen, insbesondere im Wendland – viel zu groß gewesen wäre. Dort war also solch ein Autobahnneubau politisch nicht durchsetzbar.

 

Die A 14-Planer suchten sich daher eine Trasse aus, bei der sie mit möglichst wenig Widerstand rechnen: In der Altmark scheinen die meisten Menschen, gebeutelt von hoher Arbeitslosigkeit, froh über jeden Hoffnungsschimmer, der ihnen vorgegaukelt wird.

 

Doch langsam wird die Planung konkreter und die Menschen vor Ort erkennen auch hier, was der Autobahnbau für sie tatsächlich bedeutet, wie dicht die Betonschneise mit Dauerlärm an ihren Häusern vorbeigehen soll, was alles an Naherholungsgebieten zerstört wird. Wie groß die Sorgen der Einwohner sind, zeigte sich z.B. Ende Juni in Seehausen, als es für die Bürger erstmals die Möglichkeit einer offenen Aussprache mit dem Bürgermeister gab.

 

Und während es zu Anfang noch vollmundig von der A 14-Planung, auch von Herrn Weis, hieß, mit der A 14 kommen Arbeitsplätze in die Altmark, ist nun von Arbeitsplätzen für die Region keine Rede mehr. Nun heißt es auch von Herrn Weis ganz offen, dass die A 14 gebaut wird, um die großen Wirtschaftsräume im Süden und Osten - dazu zählen auch die neuen EU-Beitrittsländer - mit dem Norden und gar mit dem Baltikum zu verbinden.

 

Im Klartext: Die Altmark spielt bei dem A 14-Projekt nur eine undankbare Rolle: sie hat die Landschaft, durch die dieser Transitverkehr rollen soll, zur Verfügung zu stellen.

 

Durchschnittlich 15.000 Kfz pro Tag gibt es auf der B 189: Zahlen, die noch nicht einmal den Ausbau einer normalen Bundesstraße rechtfertigen, geschweige denn den Bau einer Autobahn. Wo die großen Verkehrsströme fließen und wo, wenn überhaupt, eine Autobahn sinnvoll wäre, zeigt sich weiter westlich.

 

Die B 71 wird zunehmend vom Schwerlastverkehr verstopft – der den Menschen vor Ort übrigens keine Arbeitsplätze bringt, sondern lediglich Lärm und Abgase. Doch ein Ausbau der B 71 wurde vom Land nie beantragt. Landrat Hans-Jürgen Ostermann fordert vehement einen Ausbau der überforderten B 71 und verweist auf den guten Ausbauzustand der B 189. Doch Verkehrsminister Daehre steckt lieber die vom Bund zugewiesenen Gelder in die Planung der überflüssigen A 14 – angesichts der geplagten B 71 und dem vergleichsweise geringen Verkehrsaufkommen an der B 189 eine unverantwortliche Verschwendung von Steuergeldern und eine glatte Fehlplanung.

 

Susanne Bohlander

Bürgerinitiative „Bündnis B 189/ B 5 statt A 14“ 

 

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