Bündnis B 189/B 5 statt A 14

 

 

Leserbrief

 

 

Fenster schließen

 

25. Oktober 2005 - Leserbrief zu: „Basta 14-Gruppe will Unterschriften sammeln“, Volksstimme vom 14.10.2005

 

„Autobahnbefürworter verraten Ängste vor abgestufter B 189"

 

Wie schön, dass sich auch die Autobahnbefürworter von „BASTA 14“ für umweltverträglichere Verkehrswege wie einen Radweg einsetzen. Dabei verkennen die  Mitglieder jedoch, dass sie sich mit ihrem blinden Eifer für die A 14 gewissermaßen ihr eigenes Grab schaufeln. Denn die von BASTA 14 im Artikel geäußerte Befürchtung, „Wenn die Autobahn gebaut wird, könnte es passieren, das die B 189 herabgestuft wird und in die Hände des Landes übergeht“, ist längst Tatsache. Das hat das Bundesverkehrsministerium in der Linienbestimmung im April 2005 festgelegt. Dort heißt es auf S. 2: „Die B 189 verliert zukünftig ... mit Verkehrsübergabe der neu gebauten A 14 ihre Funktion als Straße des weiträumigen Verkehrs und ist daher nach Fertigstellung der A 14 abzustufen.“

 

Mit ihrer jetzigen Unterschriftenaktion verraten die Autobahnbefürworter ihre eigenen, verständlichen Ängste: für eine abgestufte B 189, für die dann das Land, und nicht mehr der Bund zuständig ist, wird kein Geld mehr da sein – weder für dringend notwendige Ortsumgehungen noch für ebenso notwendige Ausbesserungsmaßnahmen oder Ausbauten.

Unter diesem Geldmangel wird übrigens vor allem die regionale Bauwirtschaft leiden, denn gerade von derart regional begrenzten Straßenbaumaßnahmen profitieren die kleineren Bauunternehmen vor Ort – wie das auch Verkehrsminister Daehre mittlerweile bestätigt hat. Für einen Autobahn-Großauftrag bekommen ganz andere, weit besser ausgerüstete Firmen den Zuschlag.

 

Statt das Geld in die Ertüchtigung der bestehenden Straßen zu stecken, finanziert das Magdeburger Verkehrsministerium lieber mit Hunderttausenden Euro die A 14-Planung. Denn die gesamte verwaltungstechnische Vorarbeit – mit unzähligen Gutachten, Verkehrsuntersuchungen etc. - finanziert das Land, und nicht der Bund. Alles Gelder, die dem regionalen Straßennetz verloren gehen und das doch vor Ort so dringend gebraucht wird.

 

Sollte – was höchst unwahrscheinlich ist – die A 14 tatsächlich gebaut werden, wird sich der Maut-Ausweichverkehr – und zwar nicht nur LKWs, sondern auch PKWs, denn die Maut für PKWs wird immer wahrscheinlicher - auf einer zur Kreisstraße abgestuften 189 durch die Orte wälzen. Alles kein Problem: immerhin gibt es ja dann einen Radweg, dank BASTA 14.

 

18.10.2005

Susanne Bohlander

Bürgerinitiative „Bündnis B 189/B 5 statt A 14“

 

Fenster schließen