Bündnis B 189/B 5 statt A 14

 

 

Leserbrief

 

 

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9. Dezember 2005

 

Leserbrief zu: „Bau der A 14 soll im nächsten Jahr beginnen“, Volksstimme vom 08.12.2005

 

Verkehrsminister Daehre kündigt den Baustart für die A 14 im nächsten Jahr an. Dazu sollte man folgendes wissen: Wenn Herr Daehre von „Baustart“ spricht, meint er lediglich den 1. Spatenstich, den er in der Tat erstaunlicherweise bereits festgelegt hat. Obwohl noch gar nicht absehbar ist, wann das laufende Planfeststellungsverfahren für diese ersten sieben Kilometer abgeschlossen wird und vor allem mit welchem Ergebnis es enden wird. Doch Herr Daehre braucht etwas, was er als persönlichen politischen Erfolg verkaufen kann – und greift deshalb am 20. März 2006 höchstpersönlich zum Spaten, ganz egal, welche unlösbaren Probleme es mittlerweile mit der A 14-Planung gibt. Denn genau eine Woche später sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Der sogenannte „Baubeginn“ ist also mit Bedacht gewählt.

 

Selbstverständlich sagt dieser 1. Spatenstich nicht im mindesten, dass damit der Baubeginn an diesem 1. Abschnitt gesichert sei. BUND und Bürgerinitiativen haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Planung nicht nur gegen bundesdeutsche, sondern auch gegen europäische Gesetzgebung verstößt. Es ist völlig unklar, wie diese ökologisch und wirtschaftlich höchst umstrittene Autobahn je gebaut werden soll.

Und selbst bei diesen ersten sieben Kilometern der geplanten Trasse – von den Planer als problemlos eingestuft - sind viele Einwohner nicht einverstanden. Rund 500 Einwendungen haben die Bürger abgegeben. Sollten die Einwendungen nicht berücksichtigt werden, drohen Klagen.

So wird z.B. den Einwohnern in Colbitz die geplante A 14-Trasse als „Ortsumgehung“ verkauft – Colbitz werde vom Durchgangsverkehr entlastet, heißt es. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: 12.000 Fahrzeuge rollen zur Zeit auf der B 189 durch Colbitz. Wird die A 14 tatsächlich gebaut, werden laut Aussagen der Planer immer noch 16.000 Fahrzeuge durch Colbitz rollen - zusätzlich zu 32.000 auf der A 14, die in 500 Metern Entfernung an Colbitz vorbeirauschen. Wenn das keine Zukunftsperspektive ist!

 

Was die simple Gleichung Autobahn = Arbeitsplätze angeht: Alle wissenschaftlichen Untersuchungen der letzten 15 Jahre belegen, dass gerade strukturschwache Gebiete unter einer Autobahn leiden – weiterer Verlust von Arbeitskräften, weitere Abwanderung und weiteres Ausbluten der Region ist die Folge.

 

Susanne Bohlander

 

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