Bündnis B 189/B 5 statt A 14

 

 

Leserbrief

 

 

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23. Dezember 2005

 

Reaktion auf den Leserbrief von Herrn Daehre, Volksstimme vom 20.12.2005.

 

Die Äußerungen von Herrn Daehre in seinem Brief vom 20.12. sind ganz schön dreist! Wenn ich alles richtig verstanden habe, lautet seine Botschaft kurz gefasst „wer nicht für die A 14 der H-Variante ist, ist gegen die Region". Alternativen gab und gibt es nicht. Wirklich nicht?

 

Nun, es waren derer im wesentlichen drei. Die H- und die X-Variante sowie der bedarfsgerechte Ausbau der vorhandenen Bundesstraßen.

 

Die X-Variante wurde schon vor einigen Jahren zu den Akten gelegt, da angeblich nicht bedarfsgerecht. Spätestens seit der Einführung der Autobahnmaut dürfte bekannt sein, das diese Aussage falsch ist. Das hinderte Herrn Daehre nicht daran, auf einem Symposium der GSV (Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen und Verkehrsplanung e. V.) am 27.04.2005 in Magdeburg, sich kategorisch jedwede neuerliche Variantendiskussion zu verbeten. Ein Redner hatte es auf Grund der Vorkommnisse auf der B 71 gewagt, die X-Variante anzusprechen.

 

Zum bedarfsgerechten Ausbau der B 189 hieß es seiner Zeit im Raumordnungsverfahren (ROV) wörtlich: „Die Vorzugsvariante (A 14) ist aus ökonomischer, ökologischer und bautechnischer Sicht dem Ausbau der Bundesstraßen vorzuziehen." Eine nähere Erläuterung gab es damals im ROV nicht. Man konnte es glauben oder auch nicht. Am 12.12.2005 fand nun in Colbitz ein Erörterungstermin zum laufenden Planfeststellungsverfahren (PfV) statt. Die dort anwesenden A 14-Planer mussten auf Anfragen hin einräumen, dass der Ausbau der vorhandenen Bundesstraßen von ihnen nie untersucht wurde, da sie dazu schlicht weg keinen politischen Auftrag hatten! Nun frage ich mich, wie konnte man im Rahmen des ROV vor 18 Monaten zu besagter Aussage kommen, wenn nichts untersucht wurde?

 

Als letzte Variante blieb natürlich nur noch die A 14 der H-Variante. Wie steht es nun eigentlich um selbige? Laut Herrn Daehre gut. Wirklich?

 

Die A 14 wurde zwar tatsächlich in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, aber nur „fiktional", da der Naturschutzfachliche Planungsauftrag noch nicht abgearbeitet worden ist. Darauf angesprochen mussten die A 14-Planer in Colbitz zugeben, dass sie auch nicht wissen, wie dieses Problem in naher Zukunft von ihnen gelöst werden soll. Auf Grund dieser Tatsache ist die A 14 bis jetzt weder ein Projekt des vordringlichen Bedarfs noch ist es im Bundeshaushalt enthalten.

 

Das bedeutet zum einen, Klagen betroffener Einwender gegen das laufende PfV haben sehr wohl bauaufschiebende Wirkung, zum anderen ist die Finanzierung dieses Vorhabens weiterhin alles andere als gesichert.

 

Was bleibt, ist eine Alternative mit sehr fragwürdigem Ausgang, die allem Anschein nach auch noch die teuerste ist. Günstigere Alternativen wurden und werden bewusst niedergehalten. Sollte unsere Region mit dieser Masche eines Tages im Regen stehen, wäre auch Herr Daehre nicht unschuldig daran.

 

Frank Hacker

 

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