Aktionsbündnis gegen die A 14

 

 

Leserbrief

 

 

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07. November 2006

 

Zu: „Sechs Jahre neben der Autobahn“, Volksstimme vom 02.11.2006

 

Im Artikel von Nico Binde sehen wir vom Aktionsbündnis gegen die A 14 unsere Befürchtungen voll bestätigt. Sechs Jahre leben die Anwohner zwischen Halle und Magdeburg mit der A 14. Das Ergebnis: Sie leiden unter dem Dauerlärm und der Zerstörung ihrer unmittelbaren Umgebung. Dabei geht es diesen Anwohnern noch weit besser, als es für die Menschen in der Altmark vorgesehen ist. Im Abschnitt Halle-Magdeburg bekamen die Einwohner in 500 Metern Entfernung von der Autobahn immerhin Schallschutzfenster. Bei der geplanten A 14-Nordverlängerung ist man bei der Planung sparsamer. Für die Menschen in Mose und Colbitz, die ebenfalls nur ca. 500 Meter entfernt von der geplanten Trasse wohnen, wird es noch nicht einmal Schallschutzfenster geben, da in dieser Entfernung keinerlei Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Dass die Menschen ungeschützt dem Autobahnlärm preisgegeben werden sollen, hat sich jetzt auch im brandenburgischen Abschnitt, bei Karstädt, herumgesprochen, was bei einer Einwohnerversammlung kürzlich zu wütenden Reaktionen führte. Man kann nur hoffen, dass die Betroffenen auch in Sachsen-Anhalt rechtzeitig aufwachen werden, um ihr Recht auf Lärmschutz notfalls einzuklagen.

 

Schön, dass die B 71 laut dem Bericht von Herrn Binde durch die A 14 entlastet wurde. Zwischen Magdeburg und Wittenberge/Schwerin wird das nicht der Fall sein. Die Planer sagen für die A 14 eine Verkehrsbelastung von 35.000 Kfz/Tag voraus, und zwar zusätzlich zu 16.000 Kfz/Tag auf der B 189. Wohlgemerkt: das sind die Prognosen, wenn die A 14 gebaut wird. Sollte die A 14 nicht gebaut werden, wird der Verkehr den Planer-Prognosen zufolge auf der B 189 nur geringfügig zunehmen. Die A 14 würde also nicht zu einer Entlastung auf der B 189 führen, sondern im Gegenteil das derzeitige Verkehrsaufkommen nicht nur verdoppeln, sondern verdreifachen.

 

Beispiele für Industrieansiedlungen an der A 14 hat Herr Binde in seinem Bericht leider nicht zu bieten. Lediglich von geschlossenen Imbissbuden ist die Rede. Welch traurige Bilanz! Dass die Entwicklung der Stadt Bernburg nicht von der A 14 abhängig war und ist, bestätigt der Bernburger Wirtschaftsdezernent, der in der Reportage die Bedingungen für wirtschaftliche Entwicklung aufzählt – gute Verkehrsanbindung ist da nur ein Faktor unter vielen anderen. Dass die Altmark ebenfalls über gute Verkehrsanbindungen verfügt, bewies zuletzt die Standortentscheidung der italienischen Investorengruppe für das neue Papierwerk in Arneburg. Die Investoren lobten bei Arneburg „die gute Verkehrsanbindung über Straße, Schiene und Wasserweg“. Dass die B 189 eine überregionale leistungsfähige Verkehrsanbindung darstellt, bestätigen auch die A 14-Planer. Warum also diese leistungsfähige Bundesstraße nicht einfach – wo notwendig - mit Überholspuren ausstatten? Die A 14-Planer sind diese Antwort bisher schuldig geblieben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Susanne Bohlander

Aktionsbündnis gegen die A 14

(BUND und Bürgerinitiativen)

 

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