Aktionsbündnis gegen die A 14

 

 

Leserbrief

 

 

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04. Dezember 2006

 

zu:

Mühlstein: Auf keinen Fall stirbt A 14 - Projekt

Zur Nordverlängerung der Autobahn A 14

(Volksstimme, 2. Dezember 2006)

 

Da hat er sich aber weit, sehr weit vorgewagt, unser guter Marko Mühlstein. „Auf keinen Fall stirbt das A – 14 – Projekt“ spricht er zum Redakteur der Volksstimme am vorweihnachtlichen 2. Dezember und orientiert dabei auf gemutmaßte EU – Mittel, die zwar beantragt, deren Bewilligung aber durchaus offen ist und auf einen Klageerfolg, der ebenfalls nur gemutmaßt und ganz und gar nicht sicher ist. Mutmaßungen, sind allerdings das einzige greifbare, was seitens der A 14 Befürworter bisher auf den Tisch gelegt werden konnte. Gemutmaßter verkehrlicher Bedarf, gemutmaßte positive Auswirkungen auf die sachsen-anhaltinische Wirtschaft, mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl gemutmaßter Bau der Soda – Brücke, gemutmaßte Klageniederlage des BUND Sachsen – Anhalt e.V. in Bezug auf den ersten Planfeststellungsabschnitt und gemutmaßte Möglichkeiten eine Trasse zwischen Militärischem Sperrgebiet (Truppenübungsplatz Colbitz – Letzlinger Heide) und Elbe (Biosphärenreservat) anders als derzeit vom BUND auf dem Klageweg nahezu gestopptem Planfeststellungsabschnitt.

Ganz schön viel Mut für einen SPD – Bundestagsabgeordneten.

 

Um wie viel kleinmütiger muss da der BUND Sachsen – Anhalt e.V. und die, mit diesem, verbündeten Bürgerinitiativen sein. Gutachten aus der Universität Dresden belegen den fehlenden verkehrlichen Bedarf, naturschutzfachliche Gutachten belegen die Unverträglichkeit der geplanten A 14 Trasse mit dem EU-weiten Schutz gleich zahlreicher Tierarten, empirische Erfahrungen mit der A 14 (Magdeburg – Halle) und der A 24 (Hamburg – Schwerin) belegen Ausbleiben positiver Effekte auf die regionale Wirtschaft, Klage zum Baustopp der Soda – Brücke von Colbitz hat genau das erbracht und die vorgeschlagene Alternative zur A 14 Nord, der Ausbau der B 189 ist nachgewiesen deutlich preiswerterer und für die Altmark mit verkehrlich und wirtschaftlich deutlich positiveren Auswirkungen verbunden.

 

Aber egal, das Geld ist ja da, so mutmaßt Marko Mühlstein weiter. Die beantragten EFRE – Mittel aus Brüssel werden schon kommen, wiewohl die EU – Kommission die eingereichten Programme aus denen das Geld kommen soll bereits zweimal mit der dringenden Bitte der Überarbeitung an die Bundesregierung und die ostdeutschen Bundesländer zurückgeschickt hat und ein Ende der EU – Kritik an den Deutschen Vorstellungen und überzogenen Hoffnungen noch nicht abzusehen ist. Zumindest aber der erste Planfeststellungsabschnitt kann ja mit den unvorhergesehenen Steuermehreinnahmen des Jahres 2006 gebaut werden (vorbehaltlich der Klage des BUND Sachsen – Anhalt e.V., natürlich, deren erfolgt selbst der gute Marko Mühlstein nicht auszuschließen wagt). Auch egal, ob die noch nicht einmal beantragte Planfeststellung der Planfeststellungsabschnitte zwischen Magdeburg und Colbitz (Mittellandkanalquerung) bzw. Colbitz und Wittenberge (u.a. Elbquerung) die weiteren angedrohten Klagen des BUND Sachsen – Anhalt e.V. überhaupt überstehen werden. Marko Mühlstein mutmaßt: „Auf keinen Fall stirbt das Projekt A – 14“. Prima, dann wäre ein nur wenige Kilometer langer Autobahnabschnitt ohne Anschluss an den Rest des bundesdeutschen Autobahnnetzes zwischen Colbitz – Letzlinger – Heide und Elbe mit Steuermillionen gebaut und Marko Mühlstein hätte zumindest für wenige Kilometer Recht behalten. Auf Kosten der Haushaltssanierung, des Schuldenabbaus und der Steuerzahler.

 

Lange Rede kurzer Sinn, wer Mark Mühlstein Glauben schenkt, kann gerne seine Steuergelder im Sande der Altmark vergraben lassen. Wer sich als Freund der Erde bezeichnet (ganz gleich ob Mitglied beim BUND Sachsen – Anhalt e.V. oder nicht) ist bei uns in der Olvenstedter Straße 10, 39108 Magdeburg, www.bund-sachsen-anhalt.de jederzeit gerne gesehen auch als Mitglied. Marko Mühlstein wäre nicht der erste und nicht der einzige Bundestagsabgeordnete in unseren Reihen.

 

Oliver Wendenkampf (Landesgeschäftsführer und einziger fest angestellter Mitarbeiter), BUND Sachsen – Anhalt, Olvenstedter Str. 10, 39108 Magdeburg

 

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