Bündnis B 189/B 5 statt A 14

 

Leserbrief

 

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Volksstimme vom 19.03.2009

 

Leserbrief von Dr. Ralph Netal zur bevorstehenden Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens für die Autobahn A 14

"Recht auf Einwendungen und Stellungnahmen nutzen"

 

Dr. Ralph Netal gehört mit zu jenen Seehäusern, die dem geplanten Neubau der A 14-Nordverlängerung kritisch gegenüber stehen. Der Arzt rechnet damit, dass die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens für den Autobahnabschnitt Seehausen-Geestgottberg kurz bevor steht. Er möchte alle Betroffenen dazu ermuntern, von ihrem Recht auf Stellungnahmen und Einwendungen rege Gebrauch zu machen und schrieb dazu folgenden Leserbrief:

 

"Achtung, es ist so weit! Das Planfeststellungsverfahren der A 14 für den Bauabschnitt Seehausen‑Geestgottberg steht vor der Tür.

 

Bei seinem Besuch in Seehausen ermunterte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Daehre die Bürger unserer Stadt im Rahmen des anstehenden Planfeststellungsverfahrens Eingaben zu machen.

 

Was bedeutet das insbesondere für die Einwohner von Seehausen? Stadtnaher Trassenverlauf der A 14, stadtnahe Umverlegung der Bundesstraße B 189 via neue Alandbrücke (nahe des Friedhofs) und später voraussichtlich der Bau der stadtnahen Südumgehung der B 190n um Seehausen.

 

Durch diese stadtnahen Transitstrecken werden auf die Bewohner von Seehausen zweifelsohne auch Mehrbelastungen zukommen. Zum Beispiel gesundheitliche Belastungen durch Lärm, Emissionen und Feinstaub (erhöhte Sterblichkeit durch Lungen- und Herz-Kreislauferkrankungen), Durchschneidung des Stadtforstes Barsberge (Naherholungsgebiet), Einschränkungen des regionalen Individualverkehrs durch die Trassenverläufe, Wertverlust von trassennahen Immobilien und auch zwangsweise Bereitstellung des Grundeigentums.

 

Das Planfeststellungsverfahren bietet uns Bürgern von Seehausen die erste und gleichzeitig auch allerletzte Möglichkeit, Einwendungen zu erheben und Forderungen zu stellen, um oben genannte Belastungen zu minimieren.

 

Dazu gehören beispielsweise Lärmschutzwälle, die Verwendung von Flüsterasphalt für die Fahrbahn, Lärmschutzfenster, Geschwindigkeitsbeschränkungen in Stadtnähe, Ausfahrten, Fußgänger- und Wildbrücken, Straßenunter- und -überführungen oder/und auch Forderung nach Trassenverlegungen.

 

Die Eingaben sind für den Bürger kostenlos und ohne finanzielles Risiko.

 

Wer von uns kann Eingaben machen?

-          alle Eigentümer eines enteigneten Gründstückes,

-          alle, die einen Wertverlust ihrer Immobilie befürchten,

-          alle, die eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Lärm (im Abstand bis 750 Meter beidseitig der Trasse) und Schadstoffe befürchten,

-          alle, die von der Umverlegung von anderen Straßen betroffen sind (z. B. der B 189),

-          alle, die von den direkten Folgen der Baumaßnahmen (Lärm, Erschütterungen, Abgase, Sicherheit) betroffen sind,

-          alle Firmeninhaber, die einen Verlust ihrer Kundschaft befürchten und Landwirte, die einen langen Umweg zu ihren abgeschnittenen Flächen in Kauf nehmen müssen,

-          Naturliebhaber und Jäger, die durch den Trassenverlauf im ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet Schaden nehmen.

 

Es ergeht herzliche Einladung an alle betroffenen Bürger zu einem Informationsabend zum Planfeststellungsverfahren.

 

Geplant ist auch eine Begehung der künftigen Autobahntrasse im Stadtforst nahe dem Forsthaus Barsberge. Die Termine werden noch bekannt gegeben.“

 

 

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