Aktionsbündnis gegen die A 14

 

 

Pressemitteilung

 

 

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24. April 2008

 

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND Sachsen-Anhalt e.V.

 

A 14-Nordverlängerung wird um knapp 100 Millionen Euro teurer als bisher zugegeben/BUND Sachsen – Anhalt e.V.  fordert Verzicht auf den Bau der BAB 14 und endlich den Planungsbeginn für die Ertüchtigung der Bundesstraße 189

Kostenexplosion bei A 14-Nord

 

Die geplante A 14-Nordverlängerung Magdeburg-Schwerin wird offenbar immer teurer. Wie das Bundesverkehrsministerium jetzt auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Peter Hettlich (Bündnis 90/Die Grünen) mitteilte, mussten die voraussichtlichen Kosten, die Ende 2007 noch mit 770 Millionen Euro angegeben wurden, um 86 Millionen Euro auf jetzt 856 Millionen korrigiert werden. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Kasparick, begründete die Kostenerhöhung als „Folge fortschreitender Planungstiefe in Verbindung mit der Abarbeitung des festgestellten naturschutzfachlichen Planungsauftrages“. Ein weiterer Grund seien allgemeine Baukostensteigerungen.

 

„Auch im Zusammenhang mit den nach oben korrigierten Baukosten“, so Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer des BUND in Sachsen – Anhalt, „wird deutlich, dass von Anfang an mit deutlich geschönten Zahlen operiert wurde. Weder die Abarbeitung des naturschutzfachlichen Planungsauftrages noch allgemeine Baukostensteigerungen kommen so überraschend, wie Staatssekretär Kasparick glauben machen will. Die unwirtschaftliche und am Bedarf vorbei gehende Autobahn soll offenbar um – im wahrsten Sinne des Wortes - jeden Preis gebaut werden. Vermutlich werden in nicht mehr all zu langer Zeit auch andere Zahlen, z.B. zum Bedarf und zu den naturschutzfachlichen Problemen, ans Tageslicht kommen und die Autobahnidee immer weiter nach Absurdistan verschieben.“

 

Peter Hettlich wird die gestiegenen A 14-Kosten im Bundestag thematisieren und eine Stellungnahme dazu von Bundesverkehrsminister Tiefensee einfordern. Dabei wird es auch um die möglichen Konsequenzen für den Nutzen-Kosten-Faktor gehen, der bereits im Jahr 2004 für die geplante A 14 mit 4,1 angegeben wurde. Damals lagen die Gesamtkosten noch bei 600 Millionen Euro.

 

Rechtsanwalt Karsten Sommer,  der den BUND in Sachen A 14 vertritt, mahnte in Bezug auf die noch ausstehende Alternativenprüfung: „Damit bekommt die Forderung von Verbänden und Initiativen nach einem deutlich preiswerteren und umweltverträglicheren Ausbau der bestehenden Bundesstraßen entlang der geplanten Autobahntrasse ein immer höheres Gewicht. Ignorieren die beteiligten Länder die Kostensteigerungen und die Forderung nach einer ernsthaften Prüfung einer Bundesstraßenausbau-Variante weiterhin, werden die nächsten Planfeststellungsbeschlüsse das Schicksal des ersten Planfeststellungsbeschlusses teilen: sie werden spätestens vor Gericht scheitern.“

 

BUND Sachsen-Anhalt e.V.

Landesgeschäftsstelle Magdeburg

 

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