Bündnis B 189/B 5 statt A 14

 

 

Pressespiegel

 

 

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Volksstimme vom 16. November.2005

 

Planfeststellungsverfahren für A 14-Nordverlängerung

Fehlende Tontechnik ließ Erörterungstermin platzen

 

Colbitz. Ein Anhörungstermin im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die geplante Nordverlängerung der Autobahn A 14 ist gestern im Colbitzer Volkshaus ergebnislos abgebrochen worden.

 

Bei dem Erörterungstermin sollten Einwände von Bürgern und Verbänden gegen ein rund 7,5 Kilometer langes Teilstück der geplanten Autobahntrasse erörtert werden. Mit diesem Teilstück zwischen Mose und nördlich von Colbitz soll der Bau im kommenden Jahr begonnen werden.

 

Christian Hundrieser, Leiter des Referates Planfeststellungsverfahren im Landesverwaltungsamt und gestriger Verhandlungsführer, brach den Termin nach rund zwei Stunden ab. Ausschlaggebend waren die ungenügenden Protokollierungsmöglichkeiten, die die Vertreter der eingeladenen Verbände und Bürger bemängelten. „Es ist rechtlich festgeschrieben, dass keine Aussagen verloren gehen dürfen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: entweder einen Tonmitschnitt oder ein Stenografenprotokoll“, forderte Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

 

Aktionsgemeinschaft gegen Autobahnbau

 

Christian Hundrieser hatte zwar versucht, alle Aussagen und Anträge möglichst wortgenau auf ein Diktiergerät zu sprechen, sah sich dann aber überfordert. Der Termin wird zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt.

 

Neben den mangelnden Aufzeichnungsmöglichkeiten gab es während der Veranstaltung auch Kontroversen über eine Zulassung der Öffentlichkeit. Das verneinten die Vertreter der Anhörungsbehörde, so dass sowohl ein Fernsehteam, als auch ein Volksstimme-Journalist den Saal verlassen mussten.

 

Gegen die Verlängerung der Autobahn A 14 in nördlicher Richtung gibt es erhebliche Einwände seitens einer „Aktionsgemeinschaft gegen die A 14“, in der Vertreter der Bürgerinitiative „B 189/ B 5 statt A 14“ und der BUND Sachsen-Anhalt zusammenarbeiten.

 

Hauptargument der Autobahngegner ist, dass es für die A 14-Verlängerung keinen Bedarf gibt. „12000 Fahrzeuge auf der B 189 zwischen Mose und Colbitz rechtfertigen keine Autobahn. Die von der Planung prognostizierten 19000 Fahrzeuge im Jahr 2020 können mühelos von einer ausgebauten Bundesstraße bewältigt werden“, argumentiert Susanne Bohlander vom BUND. Sie wirft den Planern vor, die gesetzlich vorgeschriebene Alternativenprüfung zu ignorieren. „Der bedarfsgerechte Ausbau der vorhandenen Straßenverbindungen wurde bisher nicht geprüft. Er könnte die betroffenen Ortschaften billiger, schneller und effektiver vom Durchgangsverkehr entlasten.“

 

Weitere Vorwürfe der „Aktionsgemeinschaft gegen die A 14“ sind ungenügend berücksichtigte Lärmschutzmaßnahmen oder eine fehlerhafte Abschnittsbildung. „Der Abschnitt Mose-Colbitz wurde von den Planern nach eigenen Aussagen als 1. Abschnitt gewählt, weil dort mit wenig Widerstand und wenigen Problemen gerechnet wurde. Völlig unklar ist, wie es nördlich und südlich der 7,5 Kilometer weitergeht“, so Susanne Bohlander.

 

Von Burkhard Steffen

 

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